Energie macht Schule - Stromnetze

4 03 | STROMNETZE die Erziehung und die Ausbildung junger Menschen sind zwei wesentliche Herausforderungen einer jeden Gesell- schaft. Ein Großteil der in diesem Bereich erforderlichen Arbeit wird in der Schule geleistet. Um Lehrerinnen und Lehrer bei dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen, hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft die Reihe „Energie macht Schule“ erarbeitet. Mit diesen Ma- terialien für die Sekundarstufe 1 möchte der BDEW einen Beitrag zur Unterrichtsvorbereitung leisten. Ziel unseres Angebots ist es, Verständnis für den Wert unserer Res- sourcen zu schaffen, den bewussten Umgang mit Strom, Gas und Wasser im Alltag zu fördern und die Urteilsfähig- keit der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Im vorliegenden Heft 3 der Reihe „Energie macht Schule“ wollen wir einen Einblick in die technischen und wirt- schaftlichen Zusammenhänge des deutschen Stromnet- zes ermöglichen. Vor dem Hintergrund der politischen Vorgaben der Europäischen Union und deren daraus resul- tierender gesetzlicher Rahmenbedingungen in Deutsch- land ist die Energiewirtschaft auf dem Weg, das deutsche Netz für die Herausforderungen der Energiewende fit zu machen. Um die Dimension dieser Aufgabenstellung zu verdeutlichen, wird als Erstes in einem kurzen Abriss die fast 150-jährige Geschichte des Stromnetzes betrachtet. Die Notwendigkeit der verschiedenen Spannungsebenen, die Funktion und Arbeitsweise eines Transformators und die zentrale Bedeutung einer stabilen Frequenz imNetz als technischer Grundvoraussetzung für die sichere Energie- versorgung werden erläutert. Diese Voraussetzungen sind die physikalische Basis für alle Überlegungen und Maß- nahmen, die die europäische Staatengemeinschaft ihrem Ziel einer CO2-armen Energieversorgung ein Stück näher- bringen soll. Die deutsche Stromerzeugung soll bis zum Jahr 2050 zu 80 Prozent aus Erneuerbaren Energien erfolgen. Das kann nur gelingen, wenn das Stromnetz, aber auch das Erdgas- netz, auf die sich daraus ergebenden Bedingungen ausge- legt wird. Das ist ein kostspieliges Unterfangen, das gut geplant und vorbereitet sein will. Dieser Planungsprozess wird dargestellt und erläutert. Die Transparenz dieses Pro- zesses und die daraus resultierende Akzeptanz der Bevöl- kerung für den Systemumbau ist für den Erfolg des not- wendigen Netzausbaus von existenzieller Bedeutung. Welche Rolle kommt dem privaten Verbraucher in dem neuen System zu? Welche technischen und wirtschaftli- chen Entwicklungen sind für das Gelingen des Umbaus aus heutiger Sicht unabdingbar? Auf welche technischen Fra- gestellungen müssen aber erst noch Antworten gefunden werden? Und welche Potenziale gilt es für eine effiziente Energieversorgung in Zukunft zu heben? Anhand dieser komplexen Fragestellungen soll herausgearbeitet werden, wie weitreichend die zu treffenden Entscheidungen sind, wie wichtig die reibungslose Verzahnung der verschiede- nen Bereiche ist und welche Zeithorizonte dabei eine Rolle spielen. Wir hoffen, Ihnen und Ihren Schülern mit diesem und den anderen Heften einen differenzierten Einblick in das The- ma Energiewende geben zu können und Ihre Unterrichts- vorbereitung auf eine fundierte Basis zu stellen. Stefan Kapferer Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung BDEWBundesverband der Energie- undWasserwirtschaft e. V. Sehr geehrte Lehrkräfte, Vorwort

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